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). Der Artikel ist einseitig und fragwürdig recherchiert, nichtsdestotrotz: Viele Punkte, die der er anspricht, finde ich gut und wichtig. Viele Gespräche hab ich seither geführt. Nun hat eine Lokalzeitung um ein Interview mit mir zu dem Thema gebeten und ich habe mir gedacht, ich teile meine Antworten hier mit euch.
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Und dann saßen wir plötzlich im Flugzeug nach Südindien. Mein buddhistischer Mönch (übrigens auch ein Westler) und ich hatten beschlossen, die Insel für ein Weilchen gemeinsam zu verlassen.
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Gestern sind wieder mal neue Worte aus mir herausgekommen, ich war entzückt! Richtig poetisch war ich.
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Da ist man also Monate oder gar Jahre brav in den Yogakurs marschiert. Die Bücher und Zeitschriften sprechen von Erleuchtung, von dem Verbinden von Geist und Körper. Die Bilder zeigen abwechselnd Wellness-Models, Buddhastatuen und uralte indische Yogis in verbrezelten Positionen. Das klang nett und sah gut aus und man hoffte, die Nebel würden sich schon irgendwann lichten,
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Da predige ich immer, ich sei gegen Dogmen, und dann schreibe ich einen Text über Yogaprinzipien…
„Do I contradict myself? Very well, so I contradict myself. I am large. I contain multitudes.“ Winnie the Pooh
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Ich schreibe diesen Text, weil viele meiner SchülerInnen mich immer wieder auf dieses Thema ansprechen. Und ich schreibe ihn widerstrebend, weil es mir widerstrebt, vermeintlich klare Richtlinien zu geben. Und deshalb gleich vorweg: Ich werde euch keine echten Ernährungstipps geben. Nur soviel:
Ich bin nicht der Meinung, dass man eine bestimmte Diät einhalten muss, um Yoga effektiv üben zu können.
Befreit euch lieber von all diesen Vorschriften. Schüttelt euch lieber einmal ordentlich durch und probiert für euch selbst aus, was euch gut tut.
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Ich begann ganz klassisch als „spirituelle Streberin“. Hier war ich also nun im buddhistischen Meditationszentrum, mit meinem Rucksack voll gepackt mit Naivität und der Erwartung, mit etwas Durchhaltevermögen, ausreichend Lesestoff und einer gehörigen Portion Selbstdisziplin doch einigermaßen schnurstracks den Stein der Weisen finden zu können. Ich wollte mich im Handumdrehen „selbst finden“, mein Leben von Grund auf umkrempeln.
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Die Yogapraxis hat sich verändert. Sehr sogar. Immer schon gab es unterschiedlichste Zugänge, doch auf dem Weg in den Westen und durch die Tatsache, dass immer mehr Frauen Yoga zu praktizieren begannen, kamen maßgebliche Umwälzungen in Gang. Immer wieder frage ich mich: „Ist DAS, was ich hier tue, überhaupt noch Yoga?! Ist es nicht viel zu lustvoll dafür?“
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Intensiv leben will ich. Intensiv. Ich will da sein, voll und ganz da sein, wenn ich die kalte Morgenluft in mich einsauge – was zugegebenermaßen tendenziell selten passiert, da ich Morgenmuffel es liebe, die Morgen im Bett zu verbringen. Ich bin kein Morgenmensch. Morgen – so meine Ansicht – sind dazu da, gemütlich verplempert zu werden.
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Yoga hat sich irgendwie in mein Leben eingeschlichen. Es stand plötzlich und unangemeldet vor der Hintertür und schlüpfte herein, als gerade niemand zusah.
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Es ist ein regnerischer Sommertag. Leiser als die lautstarken, strahlenden Sonnentage. Es riecht nach feuchter Erde. Ich sitze im Zug zurück nach Wien und der Regen trommelt rhythmisch an die Scheiben, während wir durch Felder und Dörfer rattern. Mein Schreibblock wölbt sich in meinem Schoß über meinen Babybauch, der sich stolz in die Luft reckt.
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Ich liebe es, wenn nicht alles ganz glatt läuft. Wenn unverhofft etwas anders kommt als geplant und zum Improvisieren herausfordert. Ich liebe die Imperfektion, denn in ihr ist soviel Humor verborgen.
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Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass gnadenlose Selbstdisziplin unglücklich und vor allem sehr starr macht. Ich kann sie nicht leiden und empfehle sie auch meinen SchülerInnen nicht, wenn sie mich danach fragen. Warum sollte ich ein disziplinierter, brav die Regeln einhaltender Roboter werden wollen? Nein, nein. Für meine Yogapraxis bedeutet das ganz konkret: Es gibt keine Regeln. Weder in Hinblick auf Häufigkeit und Dauer, noch Asanasequenz. Ich weigere mich, Yoga zu einem weiteren Punkt auf meiner To-Do-Liste werden zu lassen, ich erlaube nicht (mehr), dass es eine Belastung für mich wird. Ich drille mich nicht, ich versuche, mich selbst mit einer gehörigen Portion Humor zu nehmen. Humor!! Der Schlüssel!
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Ich versuche, meinen SchülerInnen das zu vermitteln, was ich selbst erfahre. Und meine Erfahrungen und mein Fokus verändern sich regelmäßig. Für mich gibt es im Yoga keine letztgültigen Regeln – es ist ganz einfach im Fluss. Genau so, wie unsere Körper einem steten Wandel unterliegen. Ich erzähle lieber von Bildern. Ich versuche lieber, Gefühle in Worte zu fassen, anstatt resolute Anweisungen im Hinblick auf die Verwendung bestimmter Muskelgruppen zu geben.
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