Das Tachinieren hat ein Ende
Sodala, das Tachinineren hat ein Ende, von Sept- Dez finden wir uns wieder zum gemeinsamen Entwurschteln, Durchschnaufen und Besinnen auf den Yogamatten ein. Zerrupft bis frisch gestriegelt, bestens bis übelst gelaunt, in der Pyjamahose oder in der schnittigen Radler - herbei. Außerdem hab ich mit einer g'schwinden flammenden Anti-Resignationsrede aufzuwarten - bitte weiterlesen.
Warum ich euch sonst noch schreib:
1.) Ab Montag starten meine wöchentlichen Yogakurse wie gesagt wieder, vor Ort ist alles ausgebucht, aber es gäb noch Onlineplatzerl zwecks Teilnahme von überall her. - Und mein Angebot von unlängst gilt nona immer noch: Gebt's sehr gern Bescheid, wenn ihr gern teilnehmen möchtet, es aber finanziell eng ist.
2.) Im Okt gibt's eine Lesung von mir in der Buchhandlung Orlando.
3.) Außerdem unterrichte ich beim G'sund und Gschmeidig-Festival in Waidhofen/Ybbs, unlängst hatten wir Schlossbegehung zwecks Inspizierung der Räumlichkeiten - bist deppert, wird das schön!
4. Und es wird einen online-Schreibworkshop mit mir geben, organisiert vom Verlag punkggenau.
Obacht, nun folgt meine g'schwinde flammende Rede:
Mir ist ja bekanntlich kein Futzerl zu blöd, kein Flankerl zu minder, um inmitten dieses Weltchaos Zuversicht zu lukrieren. Ich verweigere die Hoffnungslosigkeit, immerhin passieren auch so gute Gschichtln und Resignation kommt mir irgendwie bissl unkollegial, wenn ich da auf meinem privilegierten Popsch hock.
Jedenfalls: Unlängst hab ich wie auch die letzten 14 Jahre eine meiner Schreibwerkstätten für Masterarbeiten an der Uni Wien gehalten. Immer schon stift ich dabei die Leute an, AUCH mit der Hand zu schreiben, Freewriting, Clustering, Entwürfe kritzeln am Papier, schreibend in die Tiefe denken, die Fährte der eigenen Neugier aufzunehmen, mit EIGENEN Formulierungen zu experimentieren. Auf Perfektion wird vorerst geschissen, stattdessen lassen wir Texte sukzessive gedeihen. Das finden eh immer manche supa, andere tippen gelangweilt trotzdem am Laptop oder instruieren mehr oder weniger offensichtlich ChatGPT.
Aber diesmal war etwas anders: Ausnahmslos ALLE haben die ganze verdammte Woche handschriftlich geschrieben. Es wurden mit glühenden Ohrwaschln Fragmente verfasst, es wurde in Peerfeedbackgruppen getüftelt, es wurden A3-Clusterings mit eigenen Ideennetzen befüllt. "Jetzt sprudelt es aus mir heraus! ohne KI!!!", meint eine der Teilnehmer*innen komplett überrascht. "JA!!!", brüll ich. Selbst denken, selbst schreiben, Sachen selber machen - wie widerständig und großartig das ist, grad jetzt! Plus: Herzliche Banden bilden, einander gehörigst unter die Arme greifen, statt in selbstoptimiertem Einzelkämpfer*innentum dahinzustraucheln.
Ich lass mich nicht in einen Zukunftsfatalismus drängen, ich verweigere, Menschen als Parasiten des Planeten zu diffamieren. Weil wir alle hirngewaschen von Leistungsgesellschaft & Kapitalismus sind, alle gehörige Binkerl kollektiver Traumata mit uns herumzahn und sich die Welt recht unübersichtlich anlässt, so vernetzt und verwoben inzwischen alles ist, drum fürchten wir uns auch so. Aber wir sind keine Heisln, wir können auch anders. Vor allem, wenn wir uns zusammentun und auf gute Zukunftsvisionen hinmarschieren, statt verschreckt hinter unseren Bildschirmen zu vegetieren. So, jetzt graben wir bittesehr unsere Gankerl-Aspekte aus, unsere pippilangstrumpfige Aufmüpfigkeit: Statt primär auf uns selbst zu fokussieren und an unseren vermeintlich schlechten Gewohnheiten herumzudoktern fragen wir uns mit blitzenden Augen:
"Wie gedenke ich heut dem Raubbau am Planeten Sand ins Getriebe bröseln?"
"Welches widerständige/schöne/komische Futzerl möcht ich heut in die Welt tun?"
Na bitte, geht das Atmen gleich bissl leichter, gö?
Klugscheißerinnen-Monolog Ende, gern g'scheng:)